Hundeerziehung
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News & Infos Nr. 2/2012

Highlights 2012: "Problemhunde oder Hundeprobleme?!"

20. Juli 2012: Themenabend mit Jan Nijboer und PD Dr. Udo Ganßloßer

Udo Ganßloßer

PD Dr. Udo Gansloßer ist Privatdozent für Zoologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seine wissenschaftliche Tätigkeit begann mit der Beschäftigung mit Baumkängurus. Seit 1984 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zoologischen Institut Erlangen. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit sozialen Mechanismen im Zusammenhang von Naturschutz und Zuchtmanagement. Er ist Mitglied einiger Gremien der Europäischen Zoo Assoziation und führt regelmäßige Kurse in Verhaltensbiologie und Tiergartenbiologie durch. Vielen Hundefreunden ist er durch seine vielen Vorträge und Seminare ein Begriff.

21. und 22. Juli 2012: Seminar mit Jan Nijboer

Jan Nijboer

Jan Nijboer war ursprünglich im sozial-pädagogischen Bereich im Umgang mit schwer erziehbaren Menschen tätig, bevor er sich immer stärker den Hunden widmete. Seit 1984 befasst er sich professionell mit der Hundeerziehung. Er bildete für die Stiftungen Soho (Soziale Honden) und SAM (Servicehonden voor Auditiv en/of Motorisch gehandicapten) Servicehunde aus und ist Ausbilder für HundeerziehungsberaterInnen und ServicehundetrainerInnen.


Tipp

Themenabend: Sicherheit durch Beziehung und Bindung

Dienstag, 28. Februar 2012

Referentin: Monika Erkens, Natural Dogmanship® Instruktorin

 

Fit & Fun-Kurse

neu ab Mai 2012

Natural Dog-Dancing zur Verfeinerung der Kommunikation zwischen Mensch und Hund >> alltagstaugliches Angebot

 

Wieder im Programm: Themenabende oder Themenachmittage

Vortrag zu speziellen Themen, wie Kommunikation, Stress, Beziehung/Erziehung mit anschließender Fragerunde und Austausch.

Dauer: ca. 2,5 - 3 Stunden

Anmeldung bitte telefonisch oder per E-mail.

 

Neuer Basics-Kurs nach Natural Dogmanship® für Einsteiger mit Hunden aller Altersgruppen

Inhalt: Aufbau der ersten Signalstruktur wie z.B. 'sitz', 'down' (Platz), 'bei' (Fuß), 'apport'; Leinen-Führung ... und viele weitere Spielideen!

Kursgebühr: 130,00 € für 10 * 90 Minuten

Beginn: 14.01.2012, 11 bis 12.30 Uhr

Schnell anmelden bis zum 07.01.2012 telefonisch oder per E-mail, da Teilnehmerzahl begrenzt.

 

Aufbau-Kurs nach Natural Dogmanship®

Inhalt: Vertiefen der Basics unter Ablenkung, Anwenden in belebterer Umgebung, Verfeinerung der Kommunikation, individuelle Themen ... und weitere Angebote zur Vertiefung der Mensch-Hund-Beziehung.

Kursgebühr: 130,00 € für 10 * 90 Minuten

Beginn: 18.02.2012, 9.15 bis 10.45 Uhr

Schnell anmelden bis zum 10.02.2012 telefonisch oder per E-mail, da Teilnehmerzahl begrenzt.

 

Toleranz ist cool“!

Ein Angebot für Hunde, die mit Umweltreizen und/oder Artgenossen nicht gut zurecht kommen.

Kursgebühr: Bei Einzelbuchung 15,00 €, 130,00 € für 10 * 120 Minuten

Beginn: 24.02.2012, 15 bis 17 Uhr

Anmeldung: bitte bis zum 20.02.2012


Vorläufiger Wochenplan ab Januar 2012

  • Dienstag 15 Uhr: Hundewiese: Hundekontaktgruppe
  • Mittwoch 15 Uhr / 17 Uhr im Wechsel: offene Gruppe - 'Alles ist möglich!'; Treffpunkt und Angebot nach Wunsch und Absprache - auch Stadttraining
  • Freitag 15 bis 17 Uhr: 'Tolerant ist cool' - Abschalttraining an verschiedenen Orten und mit wechselnden Teilnehmern (ab 24.02.2012)
  • Samstag 9.15 bis 10.45 Uhr: Follow-–up-–Gruppe
  • Samstag 11 bis 12.30 Uhr: Basics für Einsteiger
  • Samstag 14 bis 15 Uhr: Welpenspielgruppe

Mantrailing

  • jeden zweiten Mittwoch und letzten Sonntag im Monat
Anmeldung telefonisch oder per E-mail.


Zum Lesen aktuell

Führen lernen heisst sich bewegen lernen

Für einen Hund präsentiert sich die Menschen-Welt fremd und oft unverständlich.

Um ihn mit ihr vertraut zu machen, zeigen wir ihm, wie er in ihr mit unserer Hilfe überleben kann. Dabei sagen wir ihm, was er tun soll und was besser nicht und schützen ihn vor Gefahren.

Wir geben ihm Ziel, Richtung und Verhaltensweisen vor. Dies geschieht durch kommunikative Prozesse, die das Zusammenleben mit unserem Hund maßgeblich gestalten.

Um optimal zu kommunizieren und dadurch den Hund leichter zu führen, bedarf es einiger Voraussetzungen, die wir entweder erlernen oder verfeinern können.

Wissen

Wir sollten die Körpersprache des Hundes lesen können und seine Bedürfnisse kennen.

Klarheit

Je klarer wir in unserer Körpersprache sind, um so aufmerksamer folgt er uns – körperlich und geistig. Je klarer unsere Zielvorstellung ist, um so besser können wir diese vermitteln.

Präsenz

Je „wacher“ wir sind, um so eher können wir die Signale des Hundes wahrnehmen und entsprechend agieren. Ebenso können wir eventuelle Gefahren aus dem Umfeld schneller bemerken.

Beweglichkeit

Wir sprechen „hündisch“; d.h. wir setzen in der Kommunikation mit dem Hund unsere Körpersprache, also unsere Bewegungsressourcen ein. Je mehr wir dies im Einklang mit unseren Absichten tun können, um so effektiver sind wir.

Kreativität

Wir ermöglichen dem Hund ein gemeinsames Tun in harmonischer Zusammenarbeit. Dabei sind wir nicht „stur“ und beharren auf unserer Ansage, sondern bleiben offen für das, was der Hund evtl. uns mitteilt.Kleine „Umwege“ führen oft leichter ans Ziel.

Respekt

Wir begegnen dem Partner „Hund“ mit Respekt.Dabei respektieren wir seine Eigenheiten und seine Würde.

Gelassenheit

Wir zeigen unsere Stimmung durch unsere Haltung, Mimik und Gestik und durch die Stimme. Der Hund erfaßt sofort, in welcher Stimmung wir uns befinden und ob wir in der Lage sind, ihm „jetzt und hier“ Sicherheit zu geben. Er „spiegelt“ unsere Verfassung wieder.

Je souveräner wir in allen Situationen bleiben können, um so mehr wird der Hund Vertrauen in unsere Führungskompetenz entwickeln.

Reflexionsbereitschaft

„Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es immer an der Badehose!“ (Th.Brückner)


Mensch, beweg' Dich und denke um!

Problemverhalten bei Hunden

Albi grinst

Foto: 'Ein Hund ist ein Hund, 24 Stunden am Tag. Seine Welt ist geprägt von dem, was wir sagen und tun.' (Suzanne Clothier)

Die Welt ist viel komplexer geworden – auch für Hunde. In dicht besiedelten Gebieten leben wesentlich mehr Hunde als vor einigen Jahren. Dies bedeutet auch für uns Hundehalter ein neues Denken bei der Erziehung unseres vierbeinigen Freundes.

Wenn wir in diesem beengten Umfeld möglichst ohne Konflikte miteinander leben wollen, dann geht das nur, wenn bestimmte Regeln beachtet werden. Auf diese Weise könnten die meisten Probleme, an denen Hunde beteiligt sind, einfach vermieden werden.

Drum: Mensch, beweg dich und denke um! Andere werden es positiv zur Kenntnis nehmen und nachahmen.

Einige Beispiele:

  • Hunde zeigen, wie andere Tierarten auch, immer noch ein natürliches Nahrungssuchverhalten, zumindest dann, wenn sie mit uns in Feld und Wald unterwegs sind. Beschäftige dich unterwegs mit Deinem Hund in einer für ihn sinnvollen Weise, dann kommt er nicht auf 'blöde' Gedanken. Und – Du wirst viel interessanter für ihn!
  • Hunde sind nicht immer hoch erfreut, wenn sie einen anderen Hund treffen. Auch wenn wir der Meinung sind, dass sich alle Hunde 'lieben' müssen, ist der 'Fremde' zunächst ein Konkurrent. Um ungewollte Streitereien zu vermeiden, nimm Deinen Hund zu Dir, wenn Du anderen Menschen – ob mit oder ohne Hund – begegnest. Lass Deinen Hund erst dann Kontakt aufnehmen, wenn Du das 'Okay' von Deinem Gegenüber hast. Die Meinung 'Hunde regeln das alles alleine' ist zwar gebräuchlich, aber veraltet, und mit Hundeaugen betrachtet wirft es auf uns als 'Rudelchefs' kein gutes Licht.
  • Das gleiche gilt für Dich, willst Du einen fremden Hund streicheln. Immer zuerst den Besitzer fragen, ob es möglich ist. Denn viele Hunde empfinden die Berührung von Rudelfremden als Übergriffe und können entsprechend reagieren. Die Ansicht, ein Hund müsse das 'abkönnen' ist m.E. ebenso falsch wie anmaßend. Wir lassen uns auch nicht von jedem anfassen!
  • Ein Hund bleibt ein Hund! Auch wenn er noch so gut erzogen ist, kann er immer mal erschrecken und dadurch auf die Strasse rennen. Drum nimm Deinen Hund in Wohngebieten und entlang von Strassen an die Leine.
  • Die Sache mit den Hundehäufchen! Frischer Hundekot am Schuh und im Auto – da kommt 'Freude auf!' Hundekot auf Futterwiesen macht Kühe krank und Hundekot in Nachbars Garten sorgt richtig für Ärger, auch bei Nachbars Hund. Den Hundekot zu entfernen ist sogar in den Augen des Hundes eine Sicherheitsmaßnahme, die du für ihn durchführst.
  • Grüß' die Menschen, denen Du unterwegs begegnest, freundlich. Dein Hund wird von Deiner positiven Stimmung angesteckt!

...wird fortgesetzt!

siehe auch:

Mensch, beweg Dich!

Aus: Das Deutsche Hunde Magazin 5/2007 Seite 18 bis Seite 23


Mensch, beweg' Dich und denke um!

Problemen vorbeugen von Anfang an (Teil 2)

Sanyu an der Pilone

Foto: Natürliches Futtersuchverhalten ermöglichen

'Macht ein Hund Probleme, ist er bereits damit beschäftigt, seine Probleme zu lösen.' (Nijboer)

Hand auf's Herz: Haben Sie sich schon mal ernsthaft gefragt, wer oder was dem Hund Probleme bereiten könnte?
Ich kann's Ihnen leider nicht ersparen: oft sind es wir Hundehalter selbst, die dem Hund heftige Probleme beschaffen und das, obwohl wir alles für ihn tun würden und freundlich mit ihm umgehen. Unwissenheit über das Tier 'Hund', seine Bedürfnisse und seine Art sich mitzuteilen, hat schon manches Chaos im Leben des Hundes und seines Besitzers verursacht. Der Leidtragende ist dann oft der Hund, der nicht 'funktioniert' und dann im Tierheim landet.
Wir Menschen neigen manchmal dazu, in unserem vierbeinigen Begleiter etwas anderes zu sehen, als das, was er ist – ein Fehler mit fatalen Folgen, besonders für den Hund!
Hunde sind und bleiben soziale Beutegreifer mit spezifischen Bedürfnissen, auch dann, wenn sie für uns 'Freund' und 'Helfer' sein können. Wenn 'Freund Mensch' diese Bedürfnisse berücksichtigt und Verantwortung für seinen Vierbeiner übernimmt, um so besser!

Die Bedürfnisse des Welpen: Sicherheit und Entwicklung seiner Fähigkeiten

Zieht ein Welpe in seinem neuen Familienrudel ein, ist dies für ihn eine große Umstellung. Bis dahin war er noch gut geschützt in seiner Hundefamilie mit Mama und Geschwistern. Jetzt ist er in einer fremden Umgebung mit fremden Menschen und fremden Strukturen; für das Hundekind ein Buch mit 7 Siegeln und vielen Unsicherheitsfaktoren. Hier können bereits entscheidende Fehler passieren: erfährt der Welpe nicht vom ersten Tag, dass er auch in dieser Umgebung sicher ist und sich nicht selbst um die Sicherheit kümmern muss, so wird ihn diese Erfahrung sein ganzes Leben begleiten und dies kann zu ernsthaften Problemen führen.
Mit dem Moment, wo wir einen Welpen zu uns ins Haus nehmen, beginnt unsere Verantwortung für seine weitere Entwicklung. Er wird unser Verhalten genauestens beobachten und daran festmachen, ob seine menschlichen 'Ersatzeltern' in der Lage sind, das Rudel nach hundelogischen Gesichtspunkten zu führen und für Sicherheit zu sorgen.
Sicherheit entsteht durch Begrenzungen und durch das aktive Grenzen setzen; einer Tatsache, die bei allen Säugetieren gleich ist. Der Welpe braucht keinen Menschen, der ihm alle Freiheiten gewährt und ihm jeden - menschlich gut gemeinten - Wunsch erfüllt.
Er braucht menschliche Sozialpartner, die ihn auf sein künftiges Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten. Er will in einem geschützen Umfeld aufwachsen und sein natürliches Verhalten, wie bereits in seiner Hundefamilie mit seinen Wurfgeschwistern unter der Anleitung von Hundemama begonnen, weiterentwickeln. Drum wäre es optimal, wenn der junge Beutegreifer sich bereits mit Ihnen mit seinem natürlichen Nahrungssuchverhalten bei einer Ersatzjagd, beschäftigen kann.
Damit tun Sie sich und dem heranwachsenden Hund einen großen Gefallen: Sie zeigen dem Hund, dass Sie ihn mit seinen Verhaltensweisen ernst nehmen und gewinnen dadurch mehr und mehr sein Vertrauen. Ihr Hundekind wird es Ihnen damit danken, dass es sich gerne an Ihnen orientiert und sich unter Ihrer Führung zu einem 'Prachtkerl' entwicken kann.

Tipps:


Monika Erkens
Am Rosenberg 52
93077 Bad Abbach
Fon (09405) 956 18 42
Fax (09405) 956 18 43
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