Bewegung hat viele Facetten
Bei Mensch und Hund ist Bewegung die Basis des Lebens: Entwicklung, Lernen und Verhalten, Kommunikation und Beziehungen gestalten sich durch Bewegung. Diese Bewegung ist immer zielorientiert und hat verschiedene Qualitäten, die unterschiedliche Auswirkungen auf die geplante Absicht haben; beim Hund immer auf der Basis seiner natürlichen Instinktveranlagungen.
Bewegung ist Veränderung
Die Rolle des Hundes in unserer Gesellschaft hat sich sehr gewandelt. Zu Zeiten der Jäger und Sammler fanden die ersten Hunde in der Nähe der menschlichen Lager Nahrung und Schutz. Auch begleiteten sie die Jäger bei der Nahrungssuche; sie erhielten die Reste der Beute und entsorgten die Abfälle. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund war erfolgreich und sicherte so beiden das überleben. Später wurden die Menschen sesshaft; der Hund wurde speziell auf verschiedene Fähigkeiten hin gezüchtet und hatte dadurch weitaus speziellere Aufgaben.
Heute jedoch erfüllen die meisten Hunde eher eine emotionale Rolle für die Menschen. Sie haben kaum noch sinnvolle Aufgaben und führen zum Teil ein recht tristes Dasein. Sorgen sie selbstständig für ihren „Lebenskick“ paßt es uns Menschen nicht.
Erziehung ist Bewegung
Die angeborenen Bedürfnisse des Hundes sind genügend Nahrung zu haben und in Sicherheit zu leben!
Erfolgreiches Jagen dient dem Nahrungserwerb und gelingt am besten im Rudel. Eine klare Aufgabenverteilung innerhalb des Rudels sorgt für Sicherheit.
Folglich will jeder Hund lernen, was er als sozial lebender Beutegreifer zum überleben benötigt. Die gemeinsame „Jagd“ auf eine Ersatzbeute kommt diesem Bedürfniss sehr nahe und ist für den Hund nachvollziehbar. Darin eingepackt macht Erziehung in seinen Augen mehr Sinn und nebenbei auch viel Spaß: seine Talente und Fähigkeiten werden hundgerecht gefördert. Das angeborene Jagdverhalten kann der Mensch auf diese Weise „hunde-fair“ in gewünschte Bahnen lenken.
Kommunikation ist Bewegung ...
...und somit der Motor der Mensch-Hund–Beziehung. Einander zu verstehen und sich optimal zu verständigen ist die Voraussetzung einer jeden intakten Beziehung und einer Zusammenarbeit im Team.
Der Hund hat nur seine Möglichkeit, mit uns zu kommunizieren – auf hündische Weise!
Unsere menschliche Sprache kann er nur bedingt verstehen – wir aber die Fremdsprache „Hündisch“ lernen. Auch wenn dies anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig sein mag, die Kommunikation ist effektiver.
Lernen Sie Ihre Bewegung bewusst einzusetzen und Sie werden staunen, wie positiv sich das auf die Beziehung zu Ihrem Hund auswirkt. Ihre Erziehungsaktivitäten kann der Hund viel besser nachvollziehen, wenn diese auf „hündisch“ geschehen.
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